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Date(s) - 10/10/2026 - 11/10/2026
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Viele von uns stehen jeden Tag auf, gehen einem Job nach, in dem vor allem ihre Vorgesetzten entscheiden, was sie tun, arbeiten für den Reichtum anderer statt für gesellschaftlich Sinnvolles, kommen heim und haben kaum noch Zeit und Energie für ein Leben außerhalb der Arbeit.
Wieso machen wir nicht mal was anders?
Klingt utopisch? Im Gegenteil!Genossenschaften, gemeinschaftliche Kollektive, Zusammenarbeit auf Augenhöhe – zahlreiche Menschen organisieren sich bereits in Initiativen, in denen sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen – ohne sich dabei auf Politiker*innen oder große Konzerne verlassen zu müssen.
Bis jetzt sind sie eher die Ausnahme als die Regel, aber wir sind überzeugt: wenn wir uns zusammentun, können wir Stück für Stück eine andere Gesellschaft aufbauen.
Uns das zu erstreiten, ist auf verschiedenen Wegen möglich, parlamentarisch wie selbstorganisiert. Ein Weg ist sogar im Grundgesetz festgeschrieben – zu dessen Entstehungszeit Vergesellschaftung gesellschaftlich eine breit anerkannte Position war. Das Grundgesetz legt nämlich gar nicht fest, dass wir in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem leben müssen – nach dem zweiten Weltkrieg waren sich nicht nur Gewerkschaften und SPD, sondern selbst die CDU einig, dass ein purer Kapitalismus nicht wünschenswert ist. So wurde Artikel 15 geschaffen. Er lautet:
„Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.“
Alternative Orte der Arbeit und des Zusammenlebens können wir also nicht nur kleinteilig aufbauen, sondern auch bestehende gemeinsam neu gestalten!
Was heißt Vergesellschaftung nun konkret?
Vergesellschaftung soll das ändern – basierend auf drei Säulen:

Eigentumsstruktur: von wenigen Individuen hin zur gesamten Gesellschaft.
Zielsetzung: von privatem hin zu gemeinwohlorientiertem Nutzen
Entscheidungsprozesse: von Entscheidungen Einzelner hin zu basisdemokratischen Entscheidungen auf Augenhöhe

Wichtig ist uns der Unterschied zwischen Vergesellschaftung und Verstaatlichung: nicht Politiker*innen entscheiden, sondern Betroffene. Firmen werden nicht zu Staatsunternehmen, sondern zu sog. Anstalten des öffentlichen Rechts, wie es heute z.B. schon einige Stadtwerke oder Verkehrsverbünde sind. Ein Beispiel, wie das umgesetzt werden könnte, hat die Initiative Deutsche Wohnen und Co. enteignen formuliert.1 Im Rahmen ihrer Kampagne stimmte 2021 die Mehrheit der Berliner*innen dafür, große Berliner Wohnungskonzerne in Gemeineigentum zu überführen. Weil das von den zuständigen Politiker*innen bislang herausgezögert wurde, bereitet Deutsche Wohnen und Co. enteignen gerade einen zweiten Volksentscheid vor – diesmal mit konkretem Gesetzesentwurf.
Ein erfolgreiches Beispiel für Vergesellschaftung gibt es bereits: nach dem zweiten Weltkrieg beschlossen die Bürger*innen in Hessen auf Basis eines Artikels in der Landesverfassung in einer Volksabstimmung, Bergbau, Eisen- und Stahlproduktion, Energiewirtschaft sowie den schienengebundenen Verkehr zu vergesellschaften.
Warum Vergesellschaftung?
Wir sind der Überzeugung, dass unser aktuelles System, in dem wenige und vor allem reiche und privilegierte Menschen wirtschaftliche Entscheidungen treffen, dazu führt, dass vor allem ihre Interessen berücksichtigt werden. Plattformen von Big Tech dienen ebenso Profitinteressen wie Immobilien in der Hand großer Konzerne, ein privat organisiertes Energiesystem, privatwirtschaftliche Krankenhäuser… Die Folge sind hohe Mieten und vernachlässigte Wohnungen, eine verschlafene Energiewende und eine Sozial- und Gesundheitspolitik, die Kosten reduzieren und Arbeitsleistung maximieren soll, statt die Bedingungen für eingutes und möglichst selbstbestimmtesLeben für alle zu schaffen.
Wer sind wir?
Wir sind ein wachsendes Bündnis aus verschiedenen Initiativen und Gruppen:
Von Vergesellschaftungsinitiativen über Demokratisierungsbewegungen in der Kulturszene, Projekten solidarischen Wirtschaftens bis hin zu gemeinschaftlichen Kreativprojekten wollen wir schon ganz konkret zeigen, wie wir uns anders organisieren können – und das wollen wir gemeinsam nach außen tragen.
Gerne möchten wir mit Menschen, Initiativen oder Organisationen zusammenarbeiten, die diese Vision teilen und auch für eine offene, diskriminierungsfreie und solidarische Gesellschaft einstehen.Dabei sind wir uns bewusst, dass auch unsere Gruppen nicht frei von diskriminierenden Denkmustern und Strukturen sind, die wir regelmäßig reflektieren, um sie Stück für Stück zu überwinden.
Mitmachen
Du hast Lust, dabei zu sein? Wir freuen uns über jede Beteiligung! Schreib uns gerne eine Mail an:
allesfueralle.buendnis@systemli.org

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Weitere Informationen

1 https://dwenteignen.de/unser-gesetz

Importiert von https://wirundjetzt.org/event/bundesweiter-vergesellschaftungstag/